Bekommen wir unbemerkt gentechnisch veränderte Nahrungsmittel aufgetischt?
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Bekommen wir unbemerkt gentechnisch veränderte Nahrungsmittel aufgetischt?
„Gentechnisch verändert“ sollte eigentlich die Aufschrift auf Nahrungsmitteln lauten, die auf enthaltene genmanipulierte Zutaten hinweist. Denn nur so können besorgte Verbraucher mit ruhigem Gewissen über ihren Einkauf entscheiden. Einen herben Rückschlag bekommt das Vertrauen in die Kennzeichnung nun allerdings durch eine Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace. Vertreter der Organisation nahmen stichprobenartig Produkte wie Brötchen, Müsli und Backmischungen verschiedener Hamburger Händler, darunter Edeka, REWE, Rossmann und Schlecker genauer unter die Lupe. Laut Laboranalysen enthielten diese genveränderten Leinsamen, der in der EU weder zum Anbau noch zum Verkauf zugelassen ist. Betroffene Produkte waren:
REWE: Mehrkornbrötchen der Marke Harry; Frühstücksmüsli von Seitenbacher; Backmischung Mehrkornbrot mit Hefe von Küchenmeister; geschroteter Leinsamen der REWE-Eigenmarke
Edeka: geschroteter Leinsamen der Marke Schapfen Mühle
Schlecker: ganzer Leinsamen von Schapfen Mühle
Rossmann: Leinsaat der Firma Seeberger
Bei der entdeckten Gen-Leinsaat handelt es sich um die kanadische Sorte FP967/CDC Triffid, welche ein Resistenz-Gen gegen das Antibiotikum Kanamycin enthält. Laut Greenpeace ist eine Übertragung der Resistenz auf Bakterien und eine damit verbundene verminderte Antibiotikawirkung beim Menschen nicht ausschließbar. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner forderte daraufhin, betroffene Produkte aus den Regalen zu nehmen. Bislang ist wohl lediglich die Hamburger Bäckerei-Filiale Mr. Baker, deren Dreispitz- und Mehrkornbrötchen betroffen waren, der Aufforderung nachgekommen.

