Bei Flugreisen sind vor allem zwei Dinge zu berücksichtigen:
Aufbewahrung des Insulins während des Flugs:
- In Gebrauch befindliche Patronen und in Gebrauch befindliche Fertigpens können bei einer Temperatur von nicht über 25 Grad Celsius maximal 4 Wochen lang aufbewahrt werden und dürfen nicht im Kühlschrank gelagert werden.
- Nicht angebrochene Patronen für Pens und nicht angebrochene Fertigpens (Insulinvorrat) bei 2-8 Grad Celsius lagern. Das Verfalldatum muss beachtet werden. Auf Reisen kann man den Insulinvorrat in einer Kühltasche oder in einer Thermoskanne aufbewahren. Auch der Sanitätsfachhandel bietet Lösungen an.
- Insulin vor direkter Sonneneinstrahlung schützen - nicht im Auto liegen lassen!
- Insulin darf nicht frieren. Daher ist es nicht günstig, dem Hotelpersonal den Insulinvorrat zur Kühlung zu übergeben.
- Es ist günstig, das Insulin, das Material zur Selbstkontrolle und die BE-Reserven auf mehrere Gepäckstücke aufzuteilen.
- Achtung: Insulin nie im Koffer aufbewahren, den Sie beim Einchecken abgeben, da das Gepäck manchmal erst mit Verspätung ankommt.
- Nach dem Urlaub ist es sinnvoll, eine neue Insulinpatrone oder einen neuen Fertigpen zu beginnen, da die Kühlkette unterbrochen worden sein kann.
- Eine ärztliche Bestätigung für Insulin ist mitzuführen. Damit kann der behandelnde Arzt bestätigen, dass es für den Patienten unbedingt notwendig ist, Insulin im Handgepäck mitzuführen. Eventuellen Problemen bei der Sicherheitskontrolle auf Flughäfen wird so vorgebeugt.
Zeitverschiebung
Bei Flügen in den Westen verlängert sich der Tag, in Richtung Osten wird der Tag kürzer. Hier finden Sie kurz beschrieben, wie Diabetiker ihre Insulindosis anpassen können. Jedenfalls sollten Diabetiker solche Anpassungen der Insulindosis vor Abreise mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Außerdem sollte man die rechtzeitige Bestellung eines Diabetikermenüs bei der Fluglinie bedenken.
Empfehlung für konventionelle Insulintherapie
Wer 2 x täglich Mischinsulin oder Verzögerungsinsulin spritzt, soll auf dem Flug nach Westen, je nach Zeitgewinn, etwas mehr spritzen oder mit kurzwirksamen Insulin (Normalinsulin oder Analoga) überbrücken. Auf dem Weg nach Osten, wo sich der Tag verkürzt, die Insulindosis reduzieren, je nach Zeitverlust bis zu 50 Prozent.
Empfehlung für funktionelle Insulintherapie (FIT, NIS, Basis-Bolus)
Bei Flugreisen in Richtung Westen die übliche Basalrate spritzen. Denn durch die Verlängerung des Tages entstehenden erhöhten Insulinbedarf mit kurzwirksamen Insulin ausgleichen. Für Essen und Korrektur nach den üblichen Regeln spritzen. Bei Flügen in Richtung Osten verkürzt sich der Tag, der Insulinbedarf verringert sich. Basalrate reuzieren um ca. 30 bis 50 Prozent.
Wichtig ist in jedem Fall verstärkte Selbstkontrolle. Und gerade auch Diabetiker sollen bedenken, dass man sich auf Langstreckenflügen weniger bewegt als sonst. Ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt über eine eventuelle Thrombosevorsorge kann sinnvoll sein. Viel trinken nicht vergessen!Wegen der verstärkten Kontrollen auf Flughäfen ist es sinnvoll, einen internationalen Diabetikerausweis mit sich zu führen.