Reisen und Urlaub

Autofahren    Fliegen    Urlaubsaktivitäten  

Ich kann hier nur allgemeingültige Hinweise geben. Ich empfehle auf
jeden Fall, rechtzeitig vor Reiseantritt mit dem behandelnden Diabetesteam
Rücksprache zu halten, um alle sinnvollen Verhaltensweisen zu besprechen.  


Fahrten mit dem Auto: 

- vorher BZ messen

- nie Insulin spritzen und dann ohne gegessen zu haben mit dem Auto
  fahren (auch auf kurzen Strecken kann es einen unvorhergesehenen
  Stopp geben)

- möglichst keine Nachtfahrten

- bei längeren Fahrten regelmäßige Pausen einlegen (alle 2 Stunden, BZ 
  testen, u.U.  Kleinigkeit essen, Bewegung)

- i.d.R. Spritzrhythmus und BE-Mengen wie sonst auch

- bei Hypoglykämieverdacht sofort anhalten und schnell wirkende KH 
  zuführen (Glucose, Cola o.ä.). Erst weiterfahren, wenn BZ wieder im
  Normalbereich (messen)

- immer ausreichende Menge schnell und normal wirkende KH-Nahrungs-
  mittel im Auto haben  (ein Stau/Unfall kann auch auf einer kurzen Fahrstrecke
  entstehen, z.B. auf dem Weg zum Mittagessen oder zur Zwischenmahlzeit)

- herausfinden, wie der eigene BZ auf längere Autofahrten reagiert(u.U.
  abhängig von  der Verkehrssituation, der gefahrenen Geschwindigkeit
  [Stresshormone] usw.)

- Insulin nie z.B. im Handschuhfach aufbewahren (Sommer- /
  Wintertemperaturen!!)



Flugreisen mit Zeitverschiebung


Bei einer Zeitverschiebung bis zu 2 Stunden, kann man i.d.R. sofort nach der
"neuen" Ortszeit vorgehen.
 

bei ICT/Pumpe:

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, auf die Zeitverschiebung zu reagieren.

Zum Teil ist das auch von dem verwendeten (Basal-) Insulin abhängig.

Meine Empfehlung: Frühzeitig mit dem zuständigen Diabetesteam besprechen.

bei CT:

Es hat sich bewährt, bei Flügen nach Westen pro 1 Stunde Zeitgewinn
1/12 Mischinsulin mehr zu spritzen, als sonst üblich, abzüglich 2 IE 
(bei Zeitverlust   -Flüge in Richtung Osten-   entsprechend weniger).
 

Beispiele:        

                        Flug Hamburg  -  New York  =  6 Std. Zeitgewinn                       
                        normal morgens: 24IE Insulin 30/70-Mischung
                        6/12 von 24 IE  =  12 IE  -2 IE  =  10 IE
                        > spritzen also  34 IE   > u.U. 1 - 2 BE mehr essen       
                 
                        Flug New York - Hamburg  =  6 Stunden Zeitverlust                       
                        normal morgens: 24 IE Insulin 30/70-Mischung
                        6/12 von 24 IE  =  12 IE  =  12 IE
                        > spritzen also  12 IE    

abends (gültige Ortszeit) wieder die normale Menge spritzen

Normalinsulin/kurzwirkende Insulinanaloga mitnehmen, um hohe BZ-Werte
besser korrigieren zu können (mit dem Hausarzt absprechen)

Vorsicht: Häufiger BZ-Kontrollen durchführen, Zusatz-BE ins Handgepäck 
( =  nicht nur auf die Bordküche verlassen)

 

Diätkost muß 24 Stunden vor Abflug angemeldet sein (klappt nicht auf allen
Fluglinien, z.T. nur Mahlzeiten mit festen BE-Mengen)

Krankenversicherung / Auslandsversicherung / Rücksprache mit der
Krankenkasse halten (Reisekrankenversicherungen decken häufig nicht
die Behandlung von bereits bestehenden Krankheiten ab.)

Mit dem Hausarzt vorsorgliche Impfungen abklären
(Hepatitis, Zecken, Tetanus etc.)

Reiseapotheke: alle „sonstigen“ Medikamente in ausreichender Menge.
Verbandstoff, Mittel gegen Durchfall u. Sonnenbrand

Orale Kontrazeptiva (Antibabypillen)Auf richtige Einnahmezeit achten!!!!! Besonders wichtig bei der Minipille /
Mikropille!!!!!  
Weiterhin im 24-Stunden-Rhythmus und nicht (nach der Zeitumstellung)
zur gleichen Tageszeit wie zu Hause!!!!! 

Diabetesutensilien und Flugreisen

Das gesamte Insulin, die Teststreifen u. -geräte gehören ins Handgepäck.
Nicht bei allen Flugzeugen ist der Frachtraum temperiert. Manchmal steht
das Gepäck längere Zeit auf dem Flugfeld (Sommer-/Wintertemperaturen).

Unter Umständen kommt das Gepäck nicht ins richtige Flugzeug!

Möglichst alles auf verschiedene Taschen/Personen verteilen.
(Liegenlassen, Diebstahl usw.)

Von allem für die gesamte Reisezeit ausreichend mitnehmen.
Im Ausland gibt es z.T. nicht die in Deutschland üblichen Insuline;
oder nur unter anderem Namen und in anderer Konzentration
(Spritzeneinteilung) oder nur in 10 ml - Fläschchen = nicht für Pen geeignet)

Diabetesausweis/-pass mitführen   =   kann Ärger mit dem Zoll / der
Flugsicherheit ersparen  (es gibt mehrsprachige Ausweise)

Unbedingt ärztliches Attest über die Notwendigkeit der BZ-Messung,
Spritzen-, Penkanülen-, Insulinmitnahme besorgen und alle diese
Materialien beim Einchecken angeben

Was insulinpflichtige Diabetiker bei Reisen ins In- und Ausland unbedingt
mitnehmen sollten:

- Insuline
  in ausreichender Menge,(rechtzeitig besorgen!) verteilt auf mehere Personen
  oder Gepäckstücke  Diabetiker mit CT  =  auch Normalinsulin mitnehmen (Korrektur hoher Werte)

- Spritzen bzw. Injektionshilfen mit Kanülen

  bei Pen-Benutzung auch Ersatzpen oder U 100er-Spritzen, falls ein Pen
  defekt wird

- Teststreifen / Stechhilfen mit Lanzetten
  bei Benutzung von BZ-Testgeräten auch Ersatzbatterien 
  (Teststreifen zu visuellen Kontrolle)

- ausreichend Traubenzucker o.ä.

- Glucagon (1 Ampulle)

- Zwischenmahlzeiten und Not-BE

- Diabetikertagebuch

- Diabetikerausweis / -pass,  ggf. in  entspr. Landessprache

- u.U. Kühlbox, Thermoflasche o.ä.

- BE - Tabellen, auch für „normale“ Nahrungsmittel

- b.B. Süßstoff

- Krankenscheinheft bzw. Krankenkassenscheckkarte, b.B.
  Auslandskrankenschein

- Bescheinigung des Arztes über die Notwendigkeit, die entsprechenden
  Materialien immer bei sich zu führen

 

Ernährungsverhalten in fremden Ländern

Für den Verzehr von Nahrungsmitteln gilt die Tropenregel:
                      > Koch es, schäl es, oder vergiss es < 

Besondere Vorsicht ist bei Fisch und Eis angebracht.

KH - Gehalt fremdartiger Speisen versuchen abzuschätzen bzw. BZ
vor und nach dem Essen kontrollieren und daraus die entsprechenden
Schlussfolgerungen ziehen

Häufig sind KH in / an Nahrungsmitteln, wo man sie nicht
erwartet, z.B. Honig an gebackenem / gegrilltem Geflügel

 

Urlaubsaktivitäten

Mehr oder weniger körperliche Aktivität als im üblichen
Alltag verändert auch den täglichen Insulinbedarf

Hitze- und Kälteauswirkung:

Erwärmung der Spritzstellen (z.B. durch Sonneneinwirkung) führt zu
beschleunigter und verstärkter Insulinwirkung.
Kältere Haut als sonst üblich, führt zu verzögerter Insulinwirkung. 

Fernreisen und orale Antidiabetika

Diabetikern mit Tablettenbehandlung wird empfohlen, bei Flügen in
West- bzw. Ostrichtung die übliche Tablettendosis zur normalen Zeit
(bezogen auf die jeweils geltende Ortszeit) einzunehmen. Erhöhte Werte
bei Flügen in Westrichtung, können durch BE-Reduzierung der
entsprechenden Mahlzeiten reduziert werden.

 

Und denkt daran:
Urlaub mit dem Diabetes, nicht vom Diabetes!