Diabetes und Alkohol

   

Diabetes und Alkohol


 Welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Diabetes mellitus und der Wirkung von Alkohol?  


Zunächst einige Zahlen*: (bezogen auf Deutschland) 


·        9,3 Millionen haben Alkoholprobleme    (= jeder siebte Erwachsene)
·        1,7 Millionen sind Alkoholabhängig
·        40.000 Alkoholtote/Jahr

·        jeder Deutsche trinkt im Durchschnitt 10,8 Liter reinen Alkohol/Jahr
          (227 l Bier oder 99 l Wein)
 
  
* veröffentlicht von der DHS (Deutsche Hauptstelle gegen die
                                                Suchtgefahren)
2006

 

Auswirkung von Alkohol bei bestehendem Diabetes:  

Grundsätzliches:  
Die Leber produziert ständig Glukose (Glukoneogenese). 
Bedingt durch den Alkoholabbau durch die Leber, wird dieser Vorgang stark unterdrückt oder sogar vollständig unterbrochen  =  kein körpereigener Nachschub an Glukose.   
Im Zusammenhang mit „Sport“ ist der Gykogenspeicher bei ungenügender KH-Zufuhr leer, so daß keine körpereigene Gegenregulation erfolgen kann.  
Je höher der Insulinspiegel im Blut, umso verringerter und verzögerter ist die Freisetzung von Glukose aus der Leber. Das heißt, selbst bei gefülltem Glykogenspeicher ist die Ausschüttung von Glukose sehr stark reduziert, so daß eine Gegenregulation praktisch nicht stattfindet. 



 Kommt es nun zu einer Hypoglykämie besteht Lebensgefahr!  


Auch eine Glukagoninjektion bringt keine Blutzuckererhöhung, wenn der Leberspeicher leer ist
bzw. die Glukose (Glykogen) nicht aus der Leber heraus kann.


 Hier führt nur die Kohlenhydratzufuhr zu einem Blutzuckeranstieg!(„schnelle“ KH essen/trinken, Glukoseinjektion durch den Notarzt)   


  

Alkohol und OAD(OAD = orale Antidiabetika) 


Bei Therapie mit Sulfonylharnstoffen (SHS) ist der Insulinspiegel im Blut entsprechend hoch  (Folgen siehe oben)  

Schon häufig ist es unter Sulfonylharnstoff – Therapie und Alkohol zu tödlich verlaufenen Hypoglykämien gekommen. 
 Oft wird die Todesursache nicht erkannt, da ein zerebrovaskulärer Insult angenommen wird. 

Bei eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion kommt es zu einer verlängerten Wirkung und damit zu einer Überlagerung der
SHS - Wirkung.
 Dadurch sind schwere Hypoglykämien vorprogrammiert. In Zusammenhang mit Alkohol sind diese dann besonders lange anhaltend bzw. treten wiederholt in kurzen Abständen auf.   


Weiter kommt erschwerend hinzu, daß die     

                
                           Hypoglykämiewahrnehmung


durch den Alkoholeinfluss auf das Gehirn gestört ist, so daß der Betroffene die üblichen Symptome nicht wahrnimmt oder falsch interpretiert. Dadurch reagiert er gar nicht oder erst verspätet mit Essen oder Trinken von schnellen KH.   

Metformin – Therapie und regelmäßiger Alkoholkonsum schließen sich wegen der möglichen Nebenwirkungen aus. (mögliche Leberschädigung bzw. –dysfunktion)   

Acarbose – Therapie: Zu beachten ist hierbei, daß bei einer Unterzuckerung unbedingt Glukose (Traubenzucker) gegessen werden muß, da andere Kohlenhydrate nur unzureichend verdaut werden und kein genügender BZ – Anstieg erfolgt. 


 

 Fazit:  Alkohol ist kein Medikament!
              (auch z.B. Rotwein nicht)
 

Durch regelmäßigen Alkoholgenuß steigt das Risiko für Erkrankungen im Magen – Darm – Bereich, an der Leber und im Herz- Kreislaufsystem ganz erheblich. Des weiteren kann es auf Dauer zu Störungen im hormonellen Bereich, im Immunsystem, der Ernährung und Krebserkrankungen kommen.   Bei bestehendem Diabetes mellitus führt Alkohol häufig zu ständig und stark schwankenden Blutzuckerwerten.  Unter Abwägung aller Kriterien ist Alkohol zur Vermeidung von Koronarerkrankungen abzulehnen!  Wobei ein gut informierter Diabetiker hin und wieder einmal ungefährdet Alkohol genießen darf, wenn nicht weitere zu beachtende Dinge dagegen sprechen.