Diabetes-Erkrankung beeinflusst Hörvermögen

Diabetes-Erkrankung beeinflusst Hörvermögen

Die Verbindung zwischen Schwerhörigkeit und Diabetes war schon lange Gegenstand von Mutmaßungen, wirkliche wissenschaftliche Grundlagen fehlten jedoch für diese Annahme. In der Juli-Ausgabe der Annals of Internal Medicine, erschien nun eine groß angelegt Querschnittsstudie, die den Verdacht unterstützt.

Es wurden die Daten von 5140 Patienten im Alter zwischen 20 und 69 Jahren aus dem National Health and Nutrition Examination Survey von 1999-2004 ausgewertet. Vonden Patienten berichteten 399, dass sie einen Diabetes hatten. Bei mehr als 2000 Teilnehmern wurde zudem ein Nüchternblutzucker bestimmt, was eine weitere Einordnung in die Gruppen Diabetiker bzw. Nicht-Diabetiker erleichterte. Bei allen Teilnehmern wurde eine Ton-Audiometrie zur Bestimmung des Hörvermögens durchgeführt.

Querschnittsstudie ausgewertet

Es zeigte sich, dass in allen untersuchten Frequenzbereichen Diabetiker deutlich schlechter hören, als gesunde Teilnehmer. So wurden bei 21 % der Diabetiker Hörstörungen im Bereich der unteren Frequenzen gefunden. Bei den Nicht-Diabetikern waren es nur neun Prozent.
Auch im oberen Frequenzbereich war das Ergebnis eindeutig. Hier hatten 54 % der Diabetiker, aber nur 32 % der Nicht-Diabetiker Beeinträchtigungen. Besonders bei jungen Diabetikern war der Unterschied zur gesunden Vergleichsgruppe groß.
Nach Berücksichtigung von störenden Faktoren, wie der Einnahme hörschädigender Medikamente, Lärmexposition oder auch Rauchen, war der Unterschied noch immer signifikant. So hatten Diabetiker ein 82 % erhöhtes Risiko für Hörstörungen gegenüber Nicht-Diabetikern bzw. ein um mehr als 100 % erhöhtes Risiko für Beeinträchtigungen bei mittleren und oberen Frequenzen.

Keine Therapie-Konsequenzen

Leider wurde in der Studie nicht nach Typ 1 oder Typ 2 Diabetikern aufgeschlüsselt, was eine genauere Aussage dazu nicht möglich macht. Auch was man mit diesen Daten nun macht ist unklar, da geringe Hörschäden erstmal keine therapeutischen Konsequenzen haben. Dr. Keiko Hirsoe von der Washington University gibt in einem Editorial dazu zu bedenken, dass ein Screening nach Hörstörungen zudem zu therapeutischer Überversorgung führen könnte, was sich nicht im Sinne des Patienten sei.

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Quelle: American Diabetes Association (ADA) 68th Scientific Sessions, June 6 - 10, 2008, San Francisco, California