Ist eine Insulinpumpentherapie bei Operationen möglich?
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Ist eine Insulinpumpentherapie bei Operationen möglich? Patienten mit Diabetes mellitus bedürfen perioperativ (= um die Operation herum) einer besonderen Beachtung und Betreuung durch das medizinische Personal. Ärzte und Pflegepersonal müssen die zu beachtenden Besonderheiten insbesondere einer Insulinpumpentherapie kennen und berücksichtigen.
Diese Unwägbarkeiten können in der Regel mit einem Insulinperfusor und einer Glukoseinfusion während der Operation vermieden werden. Das Insulin und die Glukose werden dabei i.v. (intravenös) direkt in die Blutbahn verabreicht. So ist es zusätzlich viel einfacher und für den Patienten sicherer, den Glukosestoffwechsel von Anfang an mit der dem Narkosearzt vertrauten und besser kontrollierbaren Methode zu steuern. Auch in einer Klinik mit Diabetes-Expertise kann man vom Operations-Personal nicht erwarten, dass es sich in der Handhabung der unterschiedlichen Insulinpumpen auskennt und diese korrekt bedienen kann.Konsequenzen:Bei größeren Operationen wird das Beibehalten der Insulinpumpetherapie nur möglich sein, wenn ein in der Therapie erfahrener Diabetologe bzw. Diabetesberater/in für die gesamte Dauer der Operation und in der Aufwachphase unmittelbar zugegen ist. Das ist sicher in der Regel aus personellen und/oder finanziellen Gründen nicht möglich.Wenn nach einer größeren Operation noch für einige Tage die Ernährung über Infusionen laufen muss, ist es in der Regel einfacher, den Blutzucker über einen Insulinperfusor zu steuern, als mit der Insulinpumpe des Patienten. Sobald wieder feste Nahrung aufgenommen wird, kann der gut geschulte Diabetiker i.d.R. auch seinen Blutzucker wieder selbstverantwortlich regeln. Von dem Patienten muss aber Verständnis dafür erwartet werden, dass das Klinikpersonal die Stoffwechselführung mit überwacht und ggf. regulierend eingreift. Das ist auch aus haftungsrechtlichen Gründen erforderlich.Bei kleineren Operationen ist es nach frühzeitiger Absprache mit allen Beteiligten möglich, die Insulinpumpentherapie fortzuführen. Idealerweise wir dabei eine Regional- oder Epiduralanästhesie (örtliche oder Rückenmarksbetäubung) durchgeführt. In der Regel handelt es sich hier um geplante Operationen zum Beispiel im HNO-Bereich, nach Arm- oder Beinbrüchen oder bei vaginal durchgeführten Eingriffen.
Stand: Dezember 2011 |

