Diabetes-Medikament: Nierenprobleme durch Byetta®

Diabetes-Medikament: Nierenprobleme durch Byetta®

München (netdoktor.de) - Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat eine Warnung zu Byetta® herausgegeben. Im Zusammenhang mit dem Diabetes-Medikament gab es in der Vergangenheit mehrere Berichte über Nierenprobleme bis hin zu Nierenversagen. Als Reaktion darauf soll nun die Fachinformation zu dem Präparat geändert werden, wie die FDA in einer Pressemitteilung bekannt gibt.

Zwischen April 2005 und Oktober 2008 wurden der Behörde 78 Fälle von Nierenfunktionsproblemen bei Typ-2-Diabetikern gemeldet, die zur Kontrolle ihres Blutzuckerspiegels Byetta verwenden. Die meisten Betroffenen hatten bereits vorher eine Nierenerkrankung oder wiesen mindestens einen Risikofaktor dafür auf. "Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Patienten, die Byetta verwenden, sollten sorgfältig auf mögliche Anzeichen von Nierenproblemen achten", empfiehlt Dr. Amy Egan von der FDA. Durch eine gestörte Nierenfunktion können sich beispielsweise die Farbe und Menge des Urins sowie die Häufigkeit des Harnlassens verändern. Auch unerklärbare Schwellungen an Händen und Füßen, Müdigkeit, Veränderungen beim Appetit und der Verdauung sowie ein stumpfer Schmerz im mittleren bis unteren Rückenbereich könnten Warnsignale sein, so Egan. Bei Auftreten solcher Symptome sollten sich Patienten sofort an einen Arzt wenden.

Die häufigsten Nebenwirkungen bei Anwendung von Byetta sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Sie tragen möglicherweise zu der Verschlechterung der Nierenfunktion bei, woraufhin sich Abfallprodukte im Blut anhäufen. Dies kann ernsthafte und potentiell lebensbedrohliche Folgen haben.

Byetta® enthält als Wirkstoff sogenannte Exenatide. Sie ahmen die Wirkung körpereigener Darmhormone (Inkretine) nach, die an der Ausschüttung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin beteiligt sind. Diabetiker produzieren weniger Inkretine als Gesunde. Injektionen mit Byetta soll bei ihnen die Insulinausschüttung steigern. Das Medikament wird bei Typ-2-Diabetes eingesetzt, in Kombination mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen. (mf)

 

Quelle: www.netdoktor.de, Newsletter 05.11.2009