Metformin und Sulfonylharnstoffe und das Risiko für Laktatazidose oder Hypoglykämie

Metformin und Sulfonylharnstoffe und das Risiko für Laktatazidose oder Hypoglykämie

Das Auftreten einer Laktatazidose wird oftmals mit der Verwendung von Metformin in Verbindung gebracht. Hypoglykämie scheint dagegen mit der Einnahme von Sulfonylharnstoffen in Zusammenhang zu stehen. Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit war es, das Risiko für Laktatazidose und Hypoglykämie bei T2DM Patienten mit unterschiedlichen oralen antidiabetischen Therapien zu vergleichen. In einer Nested Case-Control Studie wurden 50048 T2DM Patienten mit oraler antidiabetischer Therapie untersucht. In der gesamten Studienpopulation wurden 6 Fälle von Laktatazidose identifiziert. Die Inzidenzrate betrug bei Patienten unter Metformintherapie 3,3 Fälle pro 100.000 Personenjahre und bei Patienten unter Therapie mit Sulfonylharnstoffen 4,8 Fälle pro 100.000 Personenjahre. Bei allen Fällen wurden Begleiterkrankungen gefunden, welche Risikofaktoren für die Entstehung einer Laktatazidose darstellten. Weiters wurden 2025 Fälle von Hypoglykämien im Vergleich zu 7278 gematchten Kontrollen untersucht. Die Verwendung von Sulfonylharnstoffen war mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Hypoglykämien assoziiert. Die adjustierte OR f ü r Einnahme von Sulfonylharnstoffen im Vergleich zu Metformin betrug 2,79 (95% CI 2,23 3,50). Durch diese große Fall-Kontroll Studie konnte also gezeigt werden, dass Laktatazidosen unter Therapie mit oralen antidiabetischen Medikamenten sehr selten auftreten und in erster Linie durch Begleiterkrankungen bedingt sind. Hypoglykämien kommen bei der Anwendung von Sulfonylharnstoffen häufiger vor als bei der Einnahme von Metformin.
Autor : Bodmer M, Meier C, Krähenbühl S, Jick SS, Meier CR
Titel : Metformin, sulfonylureas or other antidiabetic drugs and the risk of lactic acidosis or hypoglycemia: a nested case-control analysis
Quelle : Diabetes Care. 2008 Sep 9

Quelle für diabetesprofi.eu:

sanofi aventis

Newsletter Nr. 20/2008